1. Woche Mobile Apps

Der Trend „Mobile Apps“ soll für den Bildungsbereich in den ersten zwei inhaltlichen Wochen des OPCO12 genauer unter die Lupe genommen werden. Meine Erkenntnis nach Literaturstudium und diversen App-Installationen lautet hierzu: Mobile Apps werden das Lernen im nächsten Jahr bzw. in den nächsten Jahren didaktisch nicht revolutionieren, die Art des Zugangs zur Information jedoch verändern. Zu diesem Schluss komme ich, da die wenigstens Apps tatsächlich einen didaktischen Mehrwert in sich tragen – also  von „Standortdaten, Bewegungserkennung, Gesten, Zugang zu sozialen Netzwerken und Internetsuche“(Quelle: Horizon Report 2012, S. 12) für ihr Einsatzszenario Gebrauch machen und so einen Mehrwert für den Lernenden schaffen. Der Beitrag von Wilke Riesenbeck fasst dies gut zusammen und wartet mit einer für mich schlüssigen Einteilung auf. Häufig werden Funktionen genutzt, die mit anderen technischen Geräten bereits abbildbar waren – also auch nicht viel Neues. Als Neuerung lasse ich allerdings die Apps gelten, die verschiedene Möglichkeiten kombinieren und vernetzt sind – da gefiel mir die im Horizon beschriebene Idee einer Video-App, mit der Ethnographen im praktischen Einsatz Videos aufnehmen und annotieren können. Mit der App kann man Textanmerkungen hinzufügen, bearbeiten und löschen, die neben der Videoaufnahme angezeigt werden. (Nachtrag: nachdem ich die Aufzeichnung des Online Events nun stationär … s.u. …. gesehen habe, denke ich, dass ich mit den meisten TN konform gehe, wie langweilig :-))

Trotzdem ist es notwendig und wichtig für alle, die sich als „lehrend“ begreifen, sich mit neuen Technologie und auch mit Mobile Apps zu beschäftigen. Auch wenn sich dadurch das Lernen didaktisch nicht revolutioniert – die Erwartungen an die Lehrenden in Bezug auf Medienkompetenz steigen. Publikations- und Distributionswege ändern sich aktuell und allein dies stellt hohe Anforderungen. Ob die (baldige) Omnipräsenz des Internets in den hochentwickelten Ländern auf mobilen Geräten, die mit Apps arbeiten, hingegen langfristig zu eine Veränderung im Lernen führt …. durchaus möglich aber schwierig vorhersehbar. Aber – und da schließe ich mich der Skeptikern der Trendforschung an: ob Mobile Apps in diesem Zusammenhang wirklich bestehen – ist für mich noch nicht absehbar. Der  „Trend der Mobile Apps“ ist – im Gegensatz zum GameBased Learning (aber dazu kommen wir ja noch) – allgemein also nicht in Bezug auf die didaktischen Erneurungen meines Erachtens robust genug um ernst genommen zu werden.

Zum Schluss noch ein bisschen aus dem Nähkästchen, zu meinen gestrigen persönlichen Erfahrungen mit dem mobilen Lernen. Da ich es leider Mittwoch nicht einrichten konnte zur Online-Veranstaltung des MOOCs zu kommen, wollte ich mich Donnerstag daran machen „mobil“ und u.a. mit Mobile Apps zu „lernen“. Schon morgens freute ich mich auf die Aufzeichnung, die ich unterwegs genießen wollten. Nun gut – mit der ersten Enttäuschung hätte ich rechnen können: die Aufzeichnung in Flash ist auf dem iPad nicht abspielbar (und auch das AdobeConnect-App hilft mir da nicht weiter). Zum Smartphone (Android) gewechselt und festgestellt: hier ist das Display tatsächlich sehr klein – aber das hätte ich in Kauf genommen, da ich die Literatur schon studiert hatte und es mir v.a. auf das gesprochene Wort ankam. Aber mit 3G war die Qualität unerträglich. Nachgeholt habe ich es dann stationär zu Hause mit WLAN, während ich im Zahnarzt-Wartezimmer froh war, die App „GoodReader“ auf Herz und Nieren zu testen – und für brauchbar befand.

Mein nächster Zahnarzt wird übrigens nach dem Kriterium WLAN ausgesucht oder muss eine bessere Praxisorganisation und kurze Wartezeiten bieten.

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Einführungswoche : OpenCourse 2012

Vor einiger Zeit hatte ich mich für den OpenCourse 2012 : Trends im E-Teaching angemeldet. Am Montag wurde ich per E-Mail nochmal daran erinnert und wenig später lieferte auch mein RSS-Reader (ganz zu schweigen von Twitter) viele viele Meldungen zum Start des Massive Open Online Course (MOOC) ein.

Erfahrungen mit dem Open Course Format habe ich u.a. 2008 in einem Open Course der Wikiversity zum Thema OER gesammelt, der aber weit entfernt von „massive“ war. Doch schon da war meine Selbstlern-  sowie Medien- und Informationskompetenz mit unter 100 Teilnehmer stark gefordert – ich bin gespannt, wie es in einem MOOC wird.

Ich bin dem ersten MOOC, der vom studiumdigitale, Goethe-Universität Frankfurt, in Kooperation mit der GMW und Jochen Robes zum Thema „Zukunft des Lernens“ nur passiv gefolgt, war aber begeistert von den vielen Diskussionen und beeindruckt (und verschreckt) von der ambitionierten Agenda. Für mich war dies 2011 leider nicht vereinbar mit Stelle & der Kleinkindbetreuung. Die diesjährige Struktur sieht aber für mich machbar aus: der 2-Wochen-Rhythmus lädt außerdem dazu ein, den Themen tiefer auf den Grund zu gehen – und darum geht es mir!

Das Thema Trend- bzw. Zukunftforschung und das Kursprogramm des OPCO12 wurde im gestrigen virtuellen Kick-Off-Treffen (mit 175 TN!) vorgestellt. Hier geht’s zur Aufzeichnung!

Dieses Jahr soll also der Horizon Report 2012 unter die Lupe genommen werden. Folgende Trends (Adoptionszeit), die Auswirkungen auf Lehre, Aus- und Weiterbildung haben werden, wurden dort identifiziert

  • Mobile Apps (<1Jahr)
  • Tablet Computing (<1Jahr)
  • Game-Based Learning (2-3 Jahre)
  • Learning Analytics (2-3 Jahre)
  • Gesture-Based Computing (4-5Jahre)
  • Internet of Things  (4-5Jahre)

Ziel des Kurses ist die Trends einzuordnen und Auswirkungen auf den (deutschen) Bildungsbereich abzuschätzen – zu reflektieren, zu diskutieren und zu bewerten. Ich freue mich auf die Beiträge! Diskutiert wird u.a. auf Blogs, Twitter etc. Ich beteilige mich also mit diesem Blog und sammle auf scoop.it (diigo etc.).

Vorab schon mal einen großen Dank an die Veranstalter (studiumdigitale, MMKH, IVM/eteaching.org), die das Ganze möglich machen.